CMO:Struktur und Erfassungssystematik: Unterschied zwischen den Versionen

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Das Feld ''Datierung'' bleibt Freitext. Die technische Auswertung erfolgt nicht über dieses Feld, sondern über die folgenden technischen Parameter.
Das Feld ''Datierung'' ist Freitext. Die technische Auswertung erfolgt nicht über dieses Feld, sondern über die folgenden technischen Parameter.


=== 2. Maschinenlesbare Zeitspanne ===
=== 2. Maschinenlesbare Zeitspanne ===

Version vom 18. Mai 2026, 13:47 Uhr

Dies ist die dritte Version eines Online-Projekts, das eine zentrale Anlaufstelle für alles rund um Christian Morgenstern werden soll. CMO umfasst die Darstellung seines Werkes, die Erfassung von Quellen und Rezeptionen sowie die Integration der Exponate des Literaturmuseums und Informationen zur Christian-Morgenstern-Gesellschaft.

Werk

Morgensterns Werk gliedert sich in zehn Hauptbereiche, ergänzt um den Briefwechsel, der, obwohl logisch eher als Quelle einzuordnen ist, mit erfasst wird. Für eine konsistente digitale Erfassung ist eine einheitliche Normierung erforderlich.

Werkgruppe Erfasst als
Lyrik Gedicht
Humoristische Lyrik Gedicht
Episches Prosastück
Dramatisches Prosastück
Aphorismen Prosastück
Kritische Schriften Prosastück
Anzeigen Prosastück
Briefwechsel Prosastück
Übersetzungen Übersetzungswerk
Werke der bildenden Kunst Kunstwerk

Gedichte

Die Werkgruppen Lyrik und Humoristische Lyrik werden als Gedichte erfasst. Für jedes Gedicht werden folgende Angaben erhoben:

  • ID
  • Werkgruppe
  • Werkbereich
  • Titel
  • Textanfang
  • Zitiert aus
  • Kommentar
  • Überlieferung
  • Datierung
  • Erstdruck
  • Gemeinfrei
  • Rezeptionen (künstlerisch, wissenschaftlich, Buchausgaben, weiteres)

Umsetzung in der entsprechenden Vorlage Vorlage:InformationLYR

andere Werkarten

Die Angaben für die anderen Werkarten müssen noch erarbeitet werden.

Datierung und Zeitspannen - Richtlinien

Für spätere chronologische Auswertungen, etwa eine Zeitschiene zu Christian Morgensterns Leben und Werk, müssen Datierungen in CMO zugleich lesbar, nachvollziehbar und maschinenlesbar sein.

Die sichtbare Datierung darf dabei nicht mit der technischen Zeitspanne verwechselt werden. CMO unterscheidet daher zwischen:

  • sichtbarem Datierungsfreitext
  • maschinenlesbarer Zeitspanne
  • Sicherheit der Datierung
  • Herkunft der Datierungsangabe
  • Methode der Datierung
  • sachlicher Grundlage der Datierung

1. Sichtbare Datierung

Das Feld Datierung enthält den sichtbaren Freitext. Es gibt den Wortlaut der Stuttgarter Ausgabe wieder oder eine redaktionelle CMO-Einordnung, wenn die SA keine Datierung nennt.

Beispiele:

Datierung Bedeutung
August 1894 Datierung auf Monatsebene
vermutlich August 1894 unsichere Datierung auf Monatsebene
Winter 1893/94 ungefährer jahresübergreifender Zeitraum
spätestens 1897 erschlossene obere Grenze, etwa aufgrund eines Erstdrucks
spätestens 1897; hilfsweise eingeordnet ab 1887 redaktionell gesetzter Hilfszeitraum für chronologische Auswertungen

Das Feld Datierung ist Freitext. Die technische Auswertung erfolgt nicht über dieses Feld, sondern über die folgenden technischen Parameter.

2. Maschinenlesbare Zeitspanne

Für die technische Auswertung werden die Felder date_start und date_end verwendet. Beide Felder werden immer ausgefüllt, auch bei einem genauen Einzeltag (dann sind beide Werte identisch) und auch dann, wenn nur eine Grenze sicher belegt ist und CMO die andere redaktionell ergänzt.

Feld Inhalt Beispiel
date_start frühester angesetzter Zeitpunkt im Format JJJJ-MM-TT 1894-08-01
date_end spätester angesetzter Zeitpunkt im Format JJJJ-MM-TT 1894-08-31

Beispiele:

Sichtbare Datierung date_start date_end
August 1894 1894-08-01 1894-08-31
1894 1894-01-01 1894-12-31
Winter 1893/94 1893-12-01 1894-02-28
spätestens 1897 1871-01-01 1897-12-31
spätestens 1897; hilfsweise eingeordnet ab 1887 1887-01-01 1897-12-31

Ist nur ein Terminus bekannt (ante quem oder post quem), setzt CMO den fehlenden Wert redaktionell: bei einem Terminus ante quem wird date_start auf den Beginn der realistisch frühesten Schaffenszeit gesetzt; bei einem Terminus post quem wird date_end auf das Ende des Entstehungsjahrzehnts gesetzt. Solche redaktionellen Ergänzungen werden in Datierung_Herkunft als CMO-Erschließung kenntlich gemacht.

Bei reinem Zeitraum ohne erkennbaren Schwerpunkt wird date_end auf die spätestmögliche Position gesetzt (Sortierprinzip).

3. Sicherheit der Datierung

Das Feld Datierung_Sicherheit beschreibt, wie belastbar die Datierung ist.

Zulässige Werte:

Wert Bedeutung
sicher Datierung ist direkt oder hinreichend eindeutig belegt
wahrscheinlich Datierung ist gut begründet, aber nicht völlig sicher; die SA verwendet Formulierungen wie „wohl" oder „wahrscheinlich"
erschlossen Datierung wurde aus anderen Angaben abgeleitet, z. B. aus dem Erstdruck als Terminus ante quem, oder CMO hat einen fehlenden Grenzwert redaktionell ergänzt
nicht bestimmbar keine sinnvolle Eingrenzung möglich

Die Sicherheit ist unabhängig von der Präzision. Eine Datierung kann tagesgenau, aber unsicher sein; sie kann auch nur jahresgenau, aber sicher sein.

4. Herkunft der Datierungsangabe

Das Feld Datierung_Herkunft gibt an, woher CMO die Datierungsangabe übernimmt oder ableitet.

Zulässige Werte:

Wert Bedeutung
SA-Kopf Datum steht im Werkkopf der Stuttgarter Ausgabe (in der Praxis vor allem bei Briefen)
SA-Kommentar Datierungsangabe wurde aus dem Kommentar der Stuttgarter Ausgabe übernommen
CMO-Erschließung Datierungsangabe wurde redaktionell für CMO erschlossen, etwa durch Ergänzung eines fehlenden Grenzwerts oder durch Ansatz eines Hilfszeitraums

5. Methode der Datierung

Das Feld Datierung_Methode gibt an, auf welche Art die Datierung zustande gekommen ist. Es wird aus dem SA-Kommentar übernommen, sofern dieser die Grundlage benennt, oder von CMO eingeschätzt.

Zulässige Werte:

Wert Bedeutung
intern Datierung ergibt sich aus dem Text oder Werk selbst (z. B. datierter Briefkopf, Tagebucheintrag mit Datum)
extern Datierung beruht auf einem äußeren Beleg (z. B. Poststempel, Erstdruck, Erwähnung durch Dritte)
konjektur Datierung ist eine editorische Schätzung ohne direkten Beleg (z. B. aus Stilvergleich, Werkzusammenhang oder Lebenskontext erschlossen)

6. Sachliche Grundlage der Datierung

Das Feld Datierung_Grundlage gibt an, worauf die Datierung sachlich beruht. Die Angabe wird aus dem SA-Kommentar übernommen, sofern dieser die Grundlage benennt; andernfalls wird nicht angegeben eingetragen.

Zulässige Werte:

Wert Bedeutung
Handschrift Datierung beruht auf einer Handschrift oder handschriftlichen Angabe (z. B. loses Blatt im Nachlass)
Tagebuch Datierung ergibt sich aus einem Tagebucheintrag
Notizbuch Datierung ergibt sich aus einem Notizbucheintrag
Brief Datierung ergibt sich aus einem Brief oder Briefzusammenhang
Erwähnung durch Dritte Datierung beruht auf einer Erwähnung durch eine andere Person (z. B. in Notizen oder Briefen)
Druck Datierung beruht auf einem Druck (Erst- oder Frühdruck) als Terminus
nicht angegeben die Quelle nennt eine Datierung, aber keine erkennbare Grundlage

Das Vokabular ist erweiterbar, wenn im SA-Kommentar weitere Grundlagentypen begegnen.

Datierung_Herkunft und Datierung_Grundlage sind zu unterscheiden. Beispiel: Wenn der SA-Kommentar mitteilt, dass sich eine Datierung aus einer Handschrift ergibt, lautet die Erfassung:

Feld Wert
Datierung_Herkunft SA-Kommentar
Datierung_Grundlage Handschrift

7. Beispiele

Sichere Datierung aus SA-Kommentar, Grundlage Handschrift

Feld Wert
Datierung August 1894
date_start 1894-08-01
date_end 1894-08-31
Datierung_Sicherheit sicher
Datierung_Herkunft SA-Kommentar
Datierung_Methode intern
Datierung_Grundlage Handschrift

Unsichere Datierung aus SA-Kommentar

Feld Wert
Datierung vermutlich August 1894
date_start 1894-08-01
date_end 1894-08-31
Datierung_Sicherheit wahrscheinlich
Datierung_Herkunft SA-Kommentar
Datierung_Methode konjektur
Datierung_Grundlage nicht angegeben

Keine Datierung im Kommentar, aber bekannter Erstdruck

Feld Wert
Datierung spätestens 1897
date_start 1871-01-01
date_end 1897-12-31
Datierung_Sicherheit erschlossen
Datierung_Herkunft CMO-Erschließung
Datierung_Methode extern
Datierung_Grundlage Druck

Hilfszeitraum für die Zeitschiene

Feld Wert
Datierung spätestens 1897; hilfsweise eingeordnet ab 1887
date_start 1887-01-01
date_end 1897-12-31
Datierung_Sicherheit erschlossen
Datierung_Herkunft CMO-Erschließung
Datierung_Methode extern
Datierung_Grundlage Druck

8. Technische Verwendung in der Vorlage

In der Vorlage Vorlage:InformationLYR werden folgende Datierungsparameter verwendet:

Feld Sichtbar? Funktion
Datierung ja sichtbarer Freitext
date_start nein technischer Anfangswert
date_end nein technischer Endwert
Datierung_Sicherheit nein kontrollierter Wert zur Belastbarkeit der Datierung
Datierung_Herkunft nein kontrollierter Wert zur Herkunft der Datierungsangabe
Datierung_Methode nein kontrollierter Wert zur Methode der Datierung
Datierung_Grundlage nein kontrollierter Wert zur sachlichen Grundlage der Datierung

Stand 20.4.26

Bis zur Bearbeitung von Ich und die Welt, einschließlich des Gedichts An **, wurde in CMO vorläufig noch mit dem technischen Parameter unsicher gearbeitet. Diese älteren Werkseiten werden nach und nach auf das differenziertere Datierungsmodell umgestellt.

Stand 18.5.26

Das Datierungsmodell wurde überarbeitet. Der Parameter Datierung_Praezision entfällt; neu hinzugekommen ist Datierung_Methode mit den Werten intern, extern und konjektur. Alle Gedichte, die vor dem Lyrikband Ein Sommer erfasst wurden, müssen auf das neue Modell nachbearbeitet werden.

Exponate des Museums

Materialklassifikation

Materialtyp Erklärung
Bibliothekarisches Material
BU Buch
BR Broschüre / Heft / Zeitschrift
NO Notenmaterial
Schriftgut / Dokumente
MA Manuskript / Typoskript
KO Korrespondenz / Brief
PD Papierdokument
MP Mappe / Sammelmappe
GR Grafikblatt / Druckgrafik
Bild- und Druckwerke
PL Plakat
GE Gemälde / Malerei
FO Fotografie / Dia / Negativ
Audiovisuelles Material
CD Tonträger (CD, LP, Kassette)
VI Video / Film
DA Digitale Audio-/Video-Datei
Digitale Objekte
DT Digitale Textdatei
DB Digitale Bilddatei
DM Digitale Mischform (Website, Export etc.)
Dreidimensionale Objekte
KU Kunstobjekt / Plastik / Skulptur
OB Objekt (nicht-künstlerisch)
TA Ausstellungstafel / Display

Inhaltsklassifikation im Museumskontext

Die fünf verwendeten Inhaltstypen – NUR, TEIL, ÜBER, BILD und OHNE – entsprechen einem professionell anschlussfähigen System, wie es auch in musealen und bibliothekarischen Institutionen verwendet wird.

Grundstruktur

Code Bedeutung Entspricht in der Fachpraxis
NUR Primärwerke, Texte ausschließlich von Christian Morgenstern Primärliteratur / Werke des Autors
TEIL Sammelwerke oder Anthologien mit Texten u. a. von Morgenstern Mischwerke / Sammlungen / Anthologien
ÜBER Literatur, Forschung oder Dokumente über Morgenstern Sekundärliteratur / Forschung / Rezeption
BILD Bildliche Darstellungen zu Morgenstern (Fotos, Porträts, Illustrationen) Bilddokumente / visuelle Quellen
OHNE Objekte oder Dokumente ohne direkten Bezug, aber im Sammlungskontext relevant Kontextmaterial / Begleitobjekte

Vergleichbare Strukturen in Institutionen

  • Deutsches Literaturarchiv Marbach (DLA):
 * Primärwerke – Sekundärliteratur – Bilddokumente – Objekte – Sonstiges
  • Kalliope-Verbundkatalog (Autographen, Nachlässe):
 * Werke – Dokumente – Korrespondenz – Sekundärliteratur – Sammlungen
  • RDA (Resource Description and Access):
 * Hierarchische Unterscheidung von Work, Expression und Manifestation mit Beziehungskennzeichen (work by, work about)
  • Spectrum-Standard (Museumsverband UK):
 * Primärobjekte – Kontextmaterial – Reproduktionsmaterial – Dokumentationsmaterial

Bewertung

Das System ist klar, erweiterbar und mit bestehenden Metadatenstandards kompatibel. Es bildet den international üblichen Minimalstandard einer Sammlungslogik ab:

  • NUR → Primärwerke
  • TEIL → Mischformen
  • ÜBER → Sekundärquellen
  • BILD → Bildmaterial
  • OHNE → Kontext- oder Restmaterial

Damit eignet sich die Klassifikation für professionelle Bestandsdatenbanken und museale Erschließungssysteme.