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Autor: Martin Kießig | |||
Als Christian Morgenstern am 31. März 1914 in seinem 43. Lebensjahr starb, war weniger als die Hälfte seines Werkes in der Öffentlichkeit bekannt. Der Dichter konnte in Buchform nur einen Teil seiner Lyrik publizieren, die in schmalen Bändchen unter den folgenden Titeln herauskam: | |||
* {{Kap|In Phantas Schloss}} (1895), | |||
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* {{Kap|Ich und die Welt}} (1898) | |||
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* {{Kap|Wir fanden einen Pfad}} (1914). | |||
Daneben existierten zwar noch 115 gedruckte Kunstkritiken, Buchrezensionen, Glossen, kulturkritische und literaturkritische Essays, doch waren sie - teils unter wechselnden Pseudonymen - auf 21 Zeitschriften und sonstige Periodika verteilt, die zum größten Teil heute vergessen sind, so daß sein umfangreiches kritisches Werk mit wenigen Ausnahmen dennoch bisher als unbekannt gelten konnte. Ebenfalls in Zeitschriften erschienen wohl neben einer geringeren Zahl anderer Texte noch weitere Gedichte, die in die Lyrikbände nicht Eingang gefunden hatten, aber es blieb gleichwohl ein erheblicher Teil ungedruckt, und vor allem kam es zu Lebzeiten Morgensterns nie zu einer umfassenden Veröffentlichung seiner Aphorismen, seiner epischen und dramatischen Texte und schon gar nicht seiner bedeutenden Briefwechsel mit den Zeitgenossen. | |||
Aus den Beständen des großen Nachlasses gab dann seine Frau, Margareta Morgenstern, bis zu ihrem Tode 1968 eine Reihe von Teilsammlungen in wechselnden, sich häufig überschneidenden Gruppierungen und vermischt mit bereits Publiziertem heraus. Durch diese Veröffentlichungen gelang es ihr, der Gestalt Morgensterns als Dichter, Aphoristiker und Briefautor eine deutlichere Kontur zu geben und ein anhaltendes Interesse bei einem ständig wachsenden Leserpublikum lebendig zu erhalten. Dabei war die Editionslage aber durch die Tatsache charakterisiert, daß Morgensterns Gesamtwerk in repräsentativen Teilen unvollständig und im Stadium nicht transparenter Textgestaltung publiziert war, denn die Herausgeberin hatte ihre Auswahlen aus dem Nachlaß zwar nach persönlich bestem Wissen und Willen, aber doch auch mit gelegentlich gravierenden Ungenauigkeiten, Übertragungsfehlern, Text- | |||
Version vom 18. Dezember 2025, 09:13 Uhr
Stuttgarter Ausgabe - Band I, S. 675, 676, 677, 678, 679, 680, 681, 682
Autor: Martin Kießig
Als Christian Morgenstern am 31. März 1914 in seinem 43. Lebensjahr starb, war weniger als die Hälfte seines Werkes in der Öffentlichkeit bekannt. Der Dichter konnte in Buchform nur einen Teil seiner Lyrik publizieren, die in schmalen Bändchen unter den folgenden Titeln herauskam:
- In Phantas Schloss (1895),
- Horatius Travestitus (1895)
- Auf vielen Wegen (1897)
- Ich und die Welt (1898)
- Ein Sommer (1900)
- Und aber ründet sich ein Kranz (1902)
- Galgenlieder (1905)
- Melancholie (1906)
- Palmström (1910)
- Einkehr (1910)
- Ich und Du (1911)
- Wir fanden einen Pfad (1914).
Daneben existierten zwar noch 115 gedruckte Kunstkritiken, Buchrezensionen, Glossen, kulturkritische und literaturkritische Essays, doch waren sie - teils unter wechselnden Pseudonymen - auf 21 Zeitschriften und sonstige Periodika verteilt, die zum größten Teil heute vergessen sind, so daß sein umfangreiches kritisches Werk mit wenigen Ausnahmen dennoch bisher als unbekannt gelten konnte. Ebenfalls in Zeitschriften erschienen wohl neben einer geringeren Zahl anderer Texte noch weitere Gedichte, die in die Lyrikbände nicht Eingang gefunden hatten, aber es blieb gleichwohl ein erheblicher Teil ungedruckt, und vor allem kam es zu Lebzeiten Morgensterns nie zu einer umfassenden Veröffentlichung seiner Aphorismen, seiner epischen und dramatischen Texte und schon gar nicht seiner bedeutenden Briefwechsel mit den Zeitgenossen.
Aus den Beständen des großen Nachlasses gab dann seine Frau, Margareta Morgenstern, bis zu ihrem Tode 1968 eine Reihe von Teilsammlungen in wechselnden, sich häufig überschneidenden Gruppierungen und vermischt mit bereits Publiziertem heraus. Durch diese Veröffentlichungen gelang es ihr, der Gestalt Morgensterns als Dichter, Aphoristiker und Briefautor eine deutlichere Kontur zu geben und ein anhaltendes Interesse bei einem ständig wachsenden Leserpublikum lebendig zu erhalten. Dabei war die Editionslage aber durch die Tatsache charakterisiert, daß Morgensterns Gesamtwerk in repräsentativen Teilen unvollständig und im Stadium nicht transparenter Textgestaltung publiziert war, denn die Herausgeberin hatte ihre Auswahlen aus dem Nachlaß zwar nach persönlich bestem Wissen und Willen, aber doch auch mit gelegentlich gravierenden Ungenauigkeiten, Übertragungsfehlern, Text-