Der vergessene Donner/Volltext: Unterschied zwischen den Versionen

Aus CMO
Die Seite wurde neu angelegt: „Der vergessene Donner Ein Gewitter, im Vergehn, ließ einst einen Donner stehn. Schwarz in einer Felsenscharte stand der Donner da und harrte - scharrte dumpf mit Hals und Hufe, daß man ihn nach Hause rufe. Doch das dunkle Donnerfohlen - niemand kam’s nach Haus zu holen. Sein Gewölk, im Arm des Windes, dachte nimmer seines Kindes - flog dahin zum Erdensaum und verschwand dort wie ein Traum. Grollend und ins Herz getroffen, läßt der Donner Wun…“
 
K Textersetzung - „’“ durch „'“
 
Zeile 11: Zeile 11:


Doch das dunkle Donnerfohlen -
Doch das dunkle Donnerfohlen -
niemand kam’s nach Haus zu holen.
niemand kam's nach Haus zu holen.


Sein Gewölk, im Arm des Windes,
Sein Gewölk, im Arm des Windes,

Aktuelle Version vom 2. September 2026, 11:51 Uhr

Der vergessene Donner

Ein Gewitter, im Vergehn, ließ einst einen Donner stehn.

Schwarz in einer Felsenscharte stand der Donner da und harrte -

scharrte dumpf mit Hals und Hufe, daß man ihn nach Hause rufe.

Doch das dunkle Donnerfohlen - niemand kam's nach Haus zu holen.

Sein Gewölk, im Arm des Windes, dachte nimmer seines Kindes -

flog dahin zum Erdensaum und verschwand dort wie ein Traum.

Grollend und ins Herz getroffen, läßt der Donner Wunsch und Hoffen,

richtet sich im Felsgestein wie ein Bergzentaure ein.

Als die nächste Frühe blaut, ist sein pechschwarz Fell ergraut.

Traurig sieht er sich im See fahl, wie alten Gletscherschnee.

Stumm verkriecht er sich, verhärmt; nur wenn Menschheit kommt und lärmt,

äfft er schaurig ihren Schall, bringt Geröll und Schutt zu Fall...

Mancher Hirt und mancher Hund schläft zu Füßen ihm im Schrund.