Die Irrlichter/Volltext: Unterschied zwischen den Versionen
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Die Irrlichter | Die Irrlichter | ||
Ein Irrlicht, | Ein Irrlicht, schwebt' ich heut im Traume | ||
auf einem weiten, düstren Sumpfe, | auf einem weiten, düstren Sumpfe, | ||
und um mich der Gespielen Reigen | und um mich der Gespielen Reigen | ||
Aktuelle Version vom 2. September 2026, 11:51 Uhr
Die Irrlichter Ein Irrlicht, schwebt' ich heut im Traume auf einem weiten, düstren Sumpfe, und um mich der Gespielen Reigen in wunderlich geschlungnen Kränzen. Wir sangen traurig-süße Lieder mit leisen, feinen Geisterstimmen, viel feiner als die lauten Grillen, die fern im Korn eintönig sangen. Wir sangen, wie das harte Schicksal uns wehre, daß wir Menschen würden: So oft schon waren wir erschienen, wo sich zwei Liebende vereinten, doch immer, ach, war schon ein andres Irr-Seelchen uns zuvorgekommen, und seufzend hatten wir von neuem zurück gemußt zum dunklen Sumpfe. So sangen wir von unsern Leiden - als uns mit einem Mal Entsetzen in wirren Läufen huschen machte. Ein Mensch entsprang dem nahen Walde und lief verzweifelten Gebarens gerade auf uns zu -: Der Boden schlug schwankend, eine schwere Woge, dem Armen überm Haupt zusammen. Verstummt zu zitterndem Geflüster umschwirrten wir die grause Stelle... Bald aber sangen wir von neuem die alten traurig-süßen Lieder.