Die fliegenden Hyänen: Unterschied zwischen den Versionen
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Aktuelle Version vom 19. September 2026, 23:48 Uhr
Ging ich heut im Traum durch eine Ebne.
Goldhell leuchtete der Grund des Himmels,
als mit einem Mal ein plump Gewölk sich
zwischen ihn und meine Blicke drängte.
5 Mehr und mehr: Von schwarzen, trägen Massen
war zuletzt das Firmament verfinstert.
Wollte flüchten, doch der Boden hielt mich.
Und wie ich voll Schrecken späh' und spähe,
wirr' ich endlich aus dem Chaos Linien,
10 fasse Formen, scheide Rümpfe, Leiber.
Und mich selber frag' ich laut die Frage:
Kennst du nicht die fliegenden Hyänen,
die des Nachts der schlafbefangnen Völker
Städt' und Felder ruhlos überziehen,
15 und wo sie begrabne Schuld und Sorge
in dem Herzen eines Menschen wittern,
sie aus ihren stillen Grüften wühlen,
daß er, wie von fürchterlichem Alpdruck,
seufzt und stöhnt und sich in Tränen badet?
20 Und ich fuhr von meiner lauten Frage
selber auf und starrte weiten Auges
in das Morgendämmer meines Zimmers.
| Werkgruppe | Lyrik |
| Werkbereich | Nachlese zu Auf vielen Wegen |
| Zyklus | Träume |
| Zyklusnummer | – |
| Titel | Die fliegenden Hyänen |
| Textanfang | Ging ich heut im Traum durch eine Ebne |
| Zitiert aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 194, 195 |
| Kommentar aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 841 |
| Überlieferung | Einzelblatt, maschinenschriftlich, im Nachlaß |
| Datierung | – |
| Druck | Das Magazin für Litteratur 66 (1897) Sp. 393 |
| Gemeinfrei | ja |
| Volltexterfassung | siehe Unterseite |
| ID | LYR-SA-01-04-0003 |