Geier Nord/Volltext: Unterschied zwischen den Versionen
UweS (Diskussion | Beiträge) Die Seite wurde neu angelegt: „Geier Nord Der Geier Nord fliegt übern Wald, in einen grauen Sack gekrallt, er hat nicht leicht zu tragen. Er fliegt zu niedrig ob der Erd’, die Fichten drohen ihm Gefährd’, die dort so spitzig ragen. Da... schon... da hängt das Wolkentuch! Hörst du des Geiers grausen Fluch? Er muß es fahren lassen: Und aus dem aufgerißnen Sack spreun lustig sich auf Tann und Hag Frau Holles weiße Massen. Erdmännlein halten hohle Hand und schmücken mit dem…“ |
UweS (Diskussion | Beiträge) K Textersetzung - „’“ durch „'“ |
||
| Zeile 4: | Zeile 4: | ||
in einen grauen Sack gekrallt, | in einen grauen Sack gekrallt, | ||
er hat nicht leicht zu tragen. | er hat nicht leicht zu tragen. | ||
Er fliegt zu niedrig ob der | Er fliegt zu niedrig ob der Erd', | ||
die Fichten drohen ihm | die Fichten drohen ihm Gefährd', | ||
die dort so spitzig ragen. | die dort so spitzig ragen. | ||
| Zeile 19: | Zeile 19: | ||
laut kichernd ihre Weiblein. | laut kichernd ihre Weiblein. | ||
Die stelzen hoch daher, doch weh! | Die stelzen hoch daher, doch weh! | ||
schon schmelzen die | schon schmelzen die Geschmeid' aus Schnee, | ||
und naß sind alle Leiblein. | und naß sind alle Leiblein. | ||
| Zeile 29: | Zeile 29: | ||
euch ernstlich noch bedrängen! | euch ernstlich noch bedrängen! | ||
Das Völklein läuft. Der Geier | Das Völklein läuft. Der Geier gibt's | ||
voll Trotz nicht auf- und endlos | voll Trotz nicht auf- und endlos stiebt's | ||
aus aufgespießten Säcken... | aus aufgespießten Säcken... | ||
Den ganzen Tag, die ganze Nacht... | Den ganzen Tag, die ganze Nacht... | ||
Wohl tausend Stück, von ihm gebracht, | Wohl tausend Stück, von ihm gebracht, | ||
den Waldgrund nun bedecken. | den Waldgrund nun bedecken. | ||
Aktuelle Version vom 2. September 2026, 11:49 Uhr
Geier Nord
Der Geier Nord fliegt übern Wald, in einen grauen Sack gekrallt, er hat nicht leicht zu tragen. Er fliegt zu niedrig ob der Erd', die Fichten drohen ihm Gefährd', die dort so spitzig ragen.
Da... schon... da hängt das Wolkentuch! Hörst du des Geiers grausen Fluch? Er muß es fahren lassen: Und aus dem aufgerißnen Sack spreun lustig sich auf Tann und Hag Frau Holles weiße Massen.
Erdmännlein halten hohle Hand und schmücken mit dem Glitzer-Tand laut kichernd ihre Weiblein. Die stelzen hoch daher, doch weh! schon schmelzen die Geschmeid' aus Schnee, und naß sind alle Leiblein.
Am Himmel kommt der Nord zurück mit einem neuen Wolkenstück, - doch wieder bleibt es hängen. Wenn das so fort geht -, Leutlein, rennt nach Haus, sonst wird das Element euch ernstlich noch bedrängen!
Das Völklein läuft. Der Geier gibt's voll Trotz nicht auf- und endlos stiebt's aus aufgespießten Säcken... Den ganzen Tag, die ganze Nacht... Wohl tausend Stück, von ihm gebracht, den Waldgrund nun bedecken.