So stark empfand ich’s niemals oT

Aus CMO

So stark empfand ich's niemals noch denn eben,
als ich im Zug der Stadt entgegenfuhr,
wie wir kein einzig Ziel uns selber geben,
unfreie Kinder der Natur.

Ich hätte mich in diesen Zug gesetzt -
5aus freiem Willen, Vorsatz und Entschluß?
Nein, wenn ich's nie gefühlt, ich fühlte jetzt:
Dies alles ist ein unergründlich Muß.

Wachstum ist alles, jeglicher Moment:
10wir wolln nicht, handeln nicht, - wir wachsen, sprossen!
Und selbst der Augenblick, der dies erkennt,
ist mit in diesem Ring beschlossen.

Lyrik | Nachlese zu Ich und die Welt
Ihr müßt solche Verse nicht anders betrachten oT | O Kunst, du allerseligste Gewalt oT | Als ob ich nicht mit ahndevollem Flügel oT | Was bin ich selbst oT | Sieh, so bin ich oT | Wenn Cyrano des Kusses Süße singt oT | Nomen - Omen? | Nun pocht der Regen wieder oT | O laß mich trauern, stille Stunde oT | So stark empfand ich’s niemals oT | Die ganze Welt ward greis und grau oT | In den Dünen | Auf dem Meere meiner Seele oT | Glücklich, die wir auf der Zeiten oT | Meinem kleinen Christian Friedrich Kayssler | Homunkel | Immer wieder | Dies hatt’ ich fast von Kind auf oT | Ich stand oT | Ich liebe mir die überlegnen Geister oT | Ja, nun bist du da oT | Die Morgenröte (L’Aurora)

Der Blick: I Mir gegenüber oT | II Mir ahnt ein Einst oT | III Über uns allen oT


Werkgruppe Lyrik
Werkbereich Nachlese zu Ich und die Welt
Zyklus
Zyklusnummer
Titel
Textanfang So stark empfand ich's niemals
Zitiert aus SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 301
Kommentar aus SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 880
Überlieferung T 1898-99-I, Bl. 20. Einzelblatt, handschriftlich, im Nachlaß.
Datierung 1.6.1898
Erstdruck Mensch Wanderer (1927) S. 50.
Gemeinfrei ja
Rezeptionen: künstlerisch
Rezeptionen: wissenschaftlich
Rezeptionen: Buchausgaben
Rezeptionen: weiteres
Kommentar
Volltexterfassung siehe Unterseite
ID LYR-SA-01-06-0010