Ich stamm aus glücklichem Geschlechte her oT
Ich stamm aus glücklichem Geschlechte her.
Erst später brach sie, Mutter so wie Vater,
das Schicksal, das sich nun an mir versucht.
Die Mutter, edlen Wuchses und Gemüts,
5 ein stolz-anmutig Weib mit heller Stirne,
draus ich die Lust am Fabeln überkam.
Der Vater, überschäumend noch von Jugend,
ein Mensch voll Sonne, minder nicht der Kunst,
die er ererbt, wie der des Lebens mächtig.
10 So trat ich in ein reiches Haus: Begrüßt
voll Jubel als ein neues Blütenreis
an des Geschlechtes schönem Werdestamm.
Und manches kühne Wort klang da auf mich
als auf den Erben alter Künstlerkräfte.
15 Wo seid ihr, die ihr euer Kind
dem Himmel jauchzend zeigtet -
in die Leere,
ach, in die Leere streck’ ich meine Arme
und über Gräber - der Lebendigen
20 und Toten - irrt mein Blick in Einsamkeit.
| Werkgruppe | Lyrik |
| Werkbereich | Nachlese zu Auf vielen Wegen |
| Zyklus | – |
| Zyklusnummer | – |
| Titel | – |
| Textanfang | Ich stamm aus glücklichem Geschlechte her |
| Zitiert aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 196, 197 |
| Kommentar aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 841 |
| Überlieferung | – |
| Datierung | 1897 |
| Erstdruck | Mensch Wanderer (1927) S. 40 |
| Gemeinfrei | ja |
| Rezeptionen: künstlerisch | – |
| Rezeptionen: wissenschaftlich | – |
| Rezeptionen: Buchausgaben | – |
| Rezeptionen: weiteres | – |
| Kommentar | – |
| Volltexterfassung | siehe Unterseite |
| ID | LYR-SA-01-04-0006 |