Mittag-Stille
Aus CMO
In der blauen Mittag-Stille
stehn die Föhren ohne Regung:
hält des Windes wilder Wille
einmal nicht sie in Bewegung?
5 Wie sie dem Gebieter grollen,
der sie Tag und Nacht ohn’ Ende
zwingt, Gehorsam ihm zu zollen,
Flüsterlob und Wohlduft-Spende!
Und sie rühren keine Nadel,
10 träumen stumm ins blaue Schweigen;
selber ihren Groll und Tadel
haben sie nicht Lust zu zeigen;
kurzes Spechtgeklopf umlärmt sie,
Brummvolk summt nach süßem Lohne,
15 tiefes Wohlgefühl durchwärmt sie
von der Wurzel bis zur Krone.
| Werkgruppe | Lyrik |
| Werkbereich | Auf vielen Wegen |
| Zyklus | Waldluft |
| Zyklusnummer | – |
| Titel | Mittag-Stille |
| Textanfang | In der blauen Mittag-Stille |
| Zitiert aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 172 |
| Kommentar aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 831 |
| Überlieferung | – |
| Datierung | – |
| Erstdruck | Auf vielen Wegen (1897) S. 104. Aufvielen Wegen (1911) S. 55 |
| Gemeinfrei | ja |
| Rezeptionen: künstlerisch | – |
| Rezeptionen: wissenschaftlich | – |
| Rezeptionen: Buchausgaben | – |
| Rezeptionen: weiteres | – |
| Kommentar | – |
| Volltexterfassung | siehe Unterseite |
| ID | LYR-SA-01-03-0057 |