Berliner Gesellschaftsessen (Nachlese zur Galgenpoesie)

Aus CMO

   Suppe
"Sie sind wohl nicht - nah oder fern -
verwandt mit Lina Morgenstern?!"

   Vorgericht
5"Böcklin - das ist ein Maler, wie?
Welch' eigentümliche Phantasie!"

   Fisch
"Zwar hab' ich eine Ente zu Tisch,
aber ich halt' mich mehr an den Fisch."

10   Braten
"Waren Sie schon in Norderney?"
"Nein, aber in Salzburg!"
                              "Ei!
Da war ja ich im vorigen Jahr.
15'S ist doch aber dort schön, nicht wahr?"

"Ja, ja, besonders da und da!"
"Die See, die ist aber auch schön!"
                                                "Ja,
das glaub ich Ihnen auf Ihr Wort."
20"Der Dr. P., der war auch dort."

   Nachtisch
"Sie haben doch das Stück gesehn -
von wem doch gleich?! Kein Schimmer!
Kurz, Kainz gab Den-und-den,
25und Sorma war wie immer."

   Eis
"Die Kälte heute!"
"Die armen Leute!"
"Es sind wieder Unruhen."
30"Ja, was soll man tuen!"

   U. s. w.
   c. gr. in inf.

Lyrik | Zyklische Dichtungen
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Sommerabend:
Mein Gastgeschenk an Berlin:
Berlin:
[Christus-Zyklus]:

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Werkgruppe Lyrik
Werkbereich Zyklische Dichtungen
Zyklus Berlin
Zyklusnummer –
Titel Berliner Gesellschaftsessen
Textanfang Suppe
Zitiert aus SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 473
Kommentar aus SA Band 1 Lyrik 1887-1905, S. 954
Überlieferung –
Datierung Der SA-Kommentar macht keine Angaben zur Datierung. Aufgrund des Erstdruckes im 4. Heft 1899 der Zeitschrift Die Gesellschaft, schließt CMO aufgrund der damals üblichen Entstehungszeiten für so ein Heft, dass das Gedicht spätestens Anfang Februar 1899 entstanden ist.
Druck Die Gesellschaft (Zeitschrift) 15 (1899) Bd. 1 S. 280
Gemeinfrei ja
Volltext siehe Unterseite
ID LYR-SA-01-19-0000

Kommentar

Dieses Gedicht erscheint auch in SA Band III Humoristische Lyrik, S. 164. Im dortigen Kommentar (S. 712-713) wird nicht auf das schon in der Lyrik erschienene Gedicht verwiesen.

c. gr. in inf. - heißt wahrscheinlich "cum gratia in infinitum" "mit Anmut unbegrenzt fortzusetzen" (lat.)