Geier Nord: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 6. April 2026, 01:26 Uhr

Der Geier Nord fliegt übern Wald,
in einen grauen Sack gekrallt,
er hat nicht leicht zu tragen.
Er fliegt zu niedrig ob der Erd’,
5 die Fichten drohen ihm Gefährd’,
die dort so spitzig ragen.

Da... schon... da hängt das Wolkentuch!
Hörst du des Geiers grausen Fluch?
Er muß es fahren lassen:
10 Und aus dem aufgerißnen Sack
spreun lustig sich auf Tann und Hag
Frau Holles weiße Massen.

Erdmännlein halten hohle Hand
und schmücken mit dem Glitzer-Tand
15 laut kichernd ihre Weiblein.
Die stelzen hoch daher, doch weh!
schon schmelzen die Geschmeid’ aus Schnee,
und naß sind alle Leiblein.

Am Himmel kommt der Nord zurück
20 mit einem neuen Wolkenstück, -
doch wieder bleibt es hängen.
Wenn das so fort geht -, Leutlein, rennt
nach Haus, sonst wird das Element
euch ernstlich noch bedrängen!

25 Das Völklein läuft. Der Geier gibt’s
voll Trotz nicht auf- und endlos stiebt’s
aus aufgespießten Säcken...
Den ganzen Tag, die ganze Nacht...
Wohl tausend Stück, von ihm gebracht,
30 den Waldgrund nun bedecken.


Lyrik | Auf vielen Wegen
Meinem Freunde Friedrich Kayssler

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Neue Gedichte der 2. Auflage (1911): Bergziegen | Mattenrast | Nebel im Gebirge | Sommernacht im Hochwald | Der vergessene Donner
Zur Textgestalt der Stuttgarter Ausgabe | Auf vielen Wegen - Ich und die Welt - Eine Einführung


Werkgruppe Lyrik
Werkbereich Auf vielen Wegen
Zyklus Waldluft
Zyklusnummer
Titel Geier Nord
Textanfang Der Geier Nord fliegt übern Wald
Zitiert aus SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 177, 178
Kommentar aus SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 831
Überlieferung Zwei Einzelblätter, handschriftlich, im Nachlaß, ohne Überschrift, mit der Widmung: Christian seinem lieben Fritz, Neujahr 1897
Datierung
Erstdruck Auf vielen Wegen (1897) S. 113f.
Gemeinfrei ja
Rezeptionen: künstlerisch
Rezeptionen: wissenschaftlich
Rezeptionen: Buchausgaben
Rezeptionen: weiteres
Kommentar
Volltexterfassung siehe Unterseite
ID LYR-SA-01-03-0061