Werfuchsjagd/Volltext
Werfuchsjagd
Wer will den Werfuchs jagen, der muß dies Sprüchlein sagen:
Maulwurfsstute, komm, du Gute, - Rabenmaus, sei zu Haus, blinde Natter, steh Gevatter, Stutenwolf, bell um zwolf.
Phosphorspinnen, helft gewinnen, Waldschleichkuh, brüll ihm zu. Äser, Möder, bildet Köder. Grubenlamm, sträub den Kamm.
Dann kommt der Werfuchs aus seinem Bau wie ein Gebirgsnebel groß und grau.
Womit willst du mich denn schießen? Mit Pfeil oder Spießen, mit Kugel oder Schrot, sprich gleich, sonst bist du tot.
Dann mußt du schnell und ohne Zagen folgende Worte zum Werfuchs sagen:
Ich hab einen Bogen, den hat mir der Wind geschnitzt aus einem Wellenkamm des Meers, und hab einen Pfeil, den hat mir ein Kind geritzt aus einem Blitzwurfspieß des wilden Heers. Die Sehne aber, die Pfeil und Bogen verschwistert, die ist aus blondem Jungfrauhaar und knistert.
Und jetzt tritt hinter dich und bete dies Sprüchlein her, denn jetzt hilft dir kein Schießen mehr.
Drauf wird der Werfuchs zur Seite treten und folgendes Schwanensprüchlein beten:
Ich danke dir, Herr Morgenstern, du hast mich so geschaffen. Ich lebte auch noch gar zu gern, jetzt kommt der Tod mich raffen. Doch ist es ja kein großer Mord, wenn einer stirbt bloß durch ein Wort und nur durch Wortes Waffen.
Dann magst du tun, was dir behagt... Viel Glück zu deiner Werfuchsjagd.