Der Steinochs

Aus CMO

Der Steinochs schüttelt stumm sein Haupt,
daß jeder seine Kraft ihm glaubt.
Er spießt dich plötzlich auf sein Horn
und bohrt von hinten dich bis vorn.
5   Weh!

Der Steinochs lebt von Berg zu Berg,
vor ihm wird, was da wandelt, Zwerg.
Er nährt sich meist - und das ist neu -
von menschlicher Gehirne Heu.
10   Weh!

Der Steinochs ist kein Tier, das stirbt,
dieweil sein Fleisch niemals verdirbt.
Denn wir sind Staub, doch er ist Stein!
Du möchtest wohl auch Steinochs sein?
15   He?

Humoristische Lyrik | Galgenlieder - aus vorherigen Ausgaben ausgeschiedene Gedichte und Vorreden
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Einleitung zur Galgenpoesie

Werkgruppe Humoristische Lyrik
Werkbereich Galgenlieder - aus vorherigen Ausgaben ausgeschiedene Gedichte und Vorreden
Zyklus –
Zyklusnummer –
Titel Der Steinochs
Textanfang Der Steinochs schüttelt stumm sein Haupt
Zitiert aus SA Band III Humoristische Lyrik, S. 95
Kommentar aus SA Band III Humoristische Lyrik, S. 662
Überlieferung Einzelblatt, handschriftlich, im Nachlass
Datierung Der SA-Kommentar nennt: vor Ende März 1903
Druck Galgenlieder (1905), S. 38
Gemeinfrei ja
Volltexterfassung siehe Unterseite
ID HUM-SA-03-04-0009