Fusch-Leberbrünnl/Kommentar

Aus CMO

Kommentar

Der Gedichtkreis entstand im Zusammenhang mit einer Alpenreise Christian Morgensterns, die er gemeinsam mit seinem Schulfreund Paul Körner unternahm. Die Reise führte zunächst über Salzburg ins Salzkammergut (Nähe St. Wolfgang–Fusch) und anschließend weiter zum Gardasee.

Morgenstern und Körner waren in einem einfachen, günstigen und abgeschiedenen Bauernhaus untergebracht, das zwar Ruhe bot, durch gutes Wetter jedoch häufige, mäßig anstrengende Touren begünstigte. Diese Umstände führten dazu, dass Morgenstern weniger zum Schreiben kam als ursprünglich geplant.

Ein Brief an Marie Goettling vom 21. August 1896 belegt die Reiseumstände und beschreibt die eingeschränkten Arbeitsmöglichkeiten.

Während der Reise las Morgenstern intensiv Goethe, insbesondere den West-östlichen Divan. Der Einfluss Goethes ist im Ton der Gedichte dieses Zyklus deutlich erkennbar; explizite Bezüge finden sich in den Gedichten Spät von Goethe und andrem Wein und Wer doch den trüben Wahn erfunden.

Die Gedichte gehören zu einem Tagebuch-Fragment und sind im Text datiert. Die Abkürzung „d.“ kennzeichnet Gedichte, die am selben Tag wie das jeweils vorhergehende entstanden sind.

Quellen
  • Brief Christian Morgensterns an Marie Goettling vom 21.08.1896, in: Briefe. Auswahl (1952), S. 80.
  • Bauer, Chr. M.: Studie zu Christian Morgenstern (1985), S. 110.

Nulla dies sine linea: Kein Tag ohne (wenigstens) einen Strich, von Plinius dem Älteren (um 23-79) in seiner "Naturalis historia" dem griechischen Maler Apelles zugeschrieben.

Vgl. auch den obigen Brief Ms an Marie Goettling: CΜ hinderte die ständige Anwesenheit des Freundes an seiner dichterischen Produktion. Aber er hielt er sich daran, jeden Tag wenigstens ein Gedicht zu schreiben.