Die fliegenden Hyänen/Volltext

Aus CMO

Die fliegenden Hyänen

Ging ich heut im Traum durch eine Ebne. Goldhell leuchtete der Grund des Himmels, als mit einem Mal ein plump Gewölk sich zwischen ihn und meine Blicke drängte. Mehr und mehr: Von schwarzen, trägen Massen war zuletzt das Firmament verfinstert. Wollte flüchten, doch der Boden hielt mich. Und wie ich voll Schrecken späh’ und spähe, wirr’ ich endlich aus dem Chaos Linien, fasse Formen, scheide Rümpfe, Leiber. Und mich selber frag’ ich laut die Frage: Kennst du nicht die fliegenden Hyänen, die des Nachts der schlafbefangnen Völker Städt’ und Felder ruhlos überziehen, und wo sie begrabne Schuld und Sorge in dem Herzen eines Menschen wittern, sie aus ihren stillen Grüften wühlen, daß er, wie von fürchterlichem Alpdruck, seufzt und stöhnt und sich in Tränen badet? Und ich fuhr von meiner lauten Frage selber auf und starrte weiten Auges in das Morgendämmer meines Zimmers.