Die Weide am Bache/Volltext
Aus CMO
Die Weide am Bache
Weißt du noch, Phanta, wie wir jüngst eine Nyade, eine der tausend Göttinnen der Nacht, bei ihrem Abendwerk belauschten?
Einer Weide half sie, sorglich wie eine Mutter, ins Nachthemd, das sie zuvor aus den Nebel-Linnen des Bachs kunstvoll gefertigt. Ungeschickt streckte der Baum die Arme aus, hineinzukriechen ins Schlafgewand. Da warf es die Nymphe lächelnd ihm über den Kopf, zog es herab, strich es ihm glatt an den Leib, knöpfte an Hals und Händen es ordentlich zu und eilte weiter.
Die Weide aber, in ihrem Nachtkleid, sah ganz stolz empor zu Luna. Und Luna lächelte, und der Bach murmelte, und wir beide, wir fanden wieder einmal die Welt sehr lustig.