Sternschnuppenfall
Sternschnuppenfall!
Himmlischen Karneval
feiert das All.
Geisterhaft, mir allein
5sichtbar,
nur meinem Sinn,
zieht auf phantastischen
Wagen der Götter Schar
fröhlich dahin.
10Durch die Gefilde
der Körperlosen
windet der Zug sich
von Haus zu Haus.
Aus zahllosen Fenstern
15schüttet Konfetti
in weitem Flug sich,
schütten sich Rosen,
schütten sich Früchte
der Himmlischen aus.
20Seht ihr sie nicht
fliegen und fallen
mit schießendem Licht,
ein funkelnder Trubel?
Doch freilich das Knallen.
25das Lachen und Scherzen,
den schallenden Jubel
der göttlichen Herzen
höret ihr nicht.
Allen voran
30ein Zug von Heiligen,
einst Flagellanten,
nun als Bacchanten
verkleidet, mit eiligen
Schritten dazwischen
35Meduse,
als Aphrodite
maskiert.
Dahinter mit Würde
Gott Mammon
40im Kleid der
dramatischen Muse.
Hinter diesen
Zwerge als Riesen
aufgedonnert [bricht ab]
| Werkgruppe | Lyrik |
| Werkbereich | Nachlese zu In Phantas Schloß |
| Zyklus | – |
| Zyklusnummer | – |
| Titel | Sternschnuppenfall |
| Textanfang | – |
| Zitiert aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 80, 81 |
| Kommentar aus | SA Band I Lyrik 1887-1905, S. 785 |
| Überlieferung | T 1894 I, BI.72f. |
| Datierung | vermutlich August 1894 |
| Erstdruck | Stuttgarter Ausgabe - Band I |
| Gemeinfrei | ja |
| Rezeptionen: künstlerisch | – |
| Rezeptionen: wissenschaftlich | – |
| Rezeptionen: Buchausgaben | – |
| Rezeptionen: weiteres | – |
| Kommentar | – |
| Volltexterfassung | siehe Unterseite |
| ID | LYR-SA-01-05-0016 |