Benutzer:UweS/Überprüfung großer USB-Sticks
Überprüfung großer USB-Sticks (z. B. MOVE SPEED 2 TB)
Ziel
Bevor ein neu erworbener USB-Stick für die Archivierung oder Datensicherung eingesetzt wird, sollte seine **Echtheit und Zuverlässigkeit** überprüft werden. Mit einem vollständigen Schreib-/Lesetest lässt sich feststellen, ob
- die angegebene Kapazität tatsächlich vorhanden ist,
- keine fehlerhaften Speicherzellen existieren,
- und die Schreib-/Lesegeschwindigkeit stabil bleibt.
Dies ist besonders wichtig bei USB-Sticks mit sehr hoher Kapazität (1–2 TB), da in diesem Bereich viele Fälschungen im Umlauf sind.
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Vorgehensweise
1. Testprogramm herunterladen
Empfohlen wird das Programm H2testw (kostenfrei, deutsch, vertrauenswürdig).
- **Downloadquelle:** H2testw bei heise.de
- **Autor:** Harald Bögeholz
- **Version:** 1.4
- **Lizenz:** Freeware
- **System:** Windows (läuft ohne Installation)
Alternativ können genutzt werden:
- FakeFlashTest – schneller Kurztest
- F3 (Linux / macOS) – Terminal-basierte Variante, gleiche Prüfmethode
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2. Test durchführen
- USB-Stick anschließen und im Explorer prüfen, ob er korrekt erkannt wird (z. B. 1,86 TB nutzbar bei einem 2 TB-Modell).
- H2testw.exe starten.
- Ziel wählen: den Laufwerksbuchstaben des USB-Sticks (z. B. „E:\“).
- Option aktivieren: „Gesamten verfügbaren Speicher prüfen“.
- Test starten.
→ Das Programm schreibt Testdateien (`1.h2w`, `2.h2w`, …) auf den gesamten Stick und liest sie anschließend zurück. → Dauer: mehrere Stunden (6–12 h bei 2 TB, abhängig von der Schreibgeschwindigkeit).
- Nach Abschluss erscheint ein Ergebnisbericht.
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3. Ergebnisse interpretieren
| Ergebnis | Bedeutung | Handlung |
|---|---|---|
| Kein Fehler gefunden | Stick ist echt und voll nutzbar | OK |
| Fehler bei bestimmtem Offset | Stick ist gefälscht oder defekt (vorgegaukelte Kapazität) | Rückgabe / Umtausch |
| Sehr langsames Schreiben (< 20 MB/s) | schwacher Controller, geringe Haltbarkeit | Nur als temporäres Medium verwenden |
| CRC- oder Lesefehler | beschädigte Flash-Zellen | Rückgabe / Umtausch |
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4. Nach dem Test
- Alle Testdateien (`*.h2w`) löschen.
- Stick neu formatieren (empfohlenes Dateisystem: exFAT).
- Optional: Laufwerksnamen vergeben (z. B. „CMO_BACKUP_1“).
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Hinweise
- Der vollständige Test prüft den gesamten physisch adressierbaren Speicher und ist **die einzige verlässliche Methode**, um Fälschungen zu erkennen.
- Ein Schnelltest (z. B. mit FakeFlashTest) kann erste Hinweise geben, ersetzt aber keinen vollständigen Schreib-/Lesetest.
- Der Test beansprucht das Laufwerk stark – währenddessen keine weiteren Programme auf den Stick zugreifen lassen.
- Bei auffälligen Ergebnissen sollte der Stick **nicht** für archivische Daten (z. B. Rohscans) verwendet werden.
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Quellen
- Harald Bögeholz: H2testw, Version 1.4 – Download über heise.de, abgerufen 2025-11.
- RMPrepUSB: FakeFlashTest – Offizielle Downloadseite.
- F3 – Fight Flash Fraud, GitHub-Projektseite https://github.com/AltraMayor/f3.
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Zusammenfassung
Ein USB-Stick, der den vollständigen H2testw-Durchlauf ohne Fehler besteht, ist zuverlässig und kann gefahrlos als Datenträger für die Sicherung oder Archivierung eingesetzt werden. Fehlerhafte oder überhöhte Kapazitätsangaben deuten auf Fälschungen hin und machen das Medium unbrauchbar für ernsthafte Nutzung.