Kindergedichte - Klaus Burrmann, der Tierweltphotograph

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Anders als das Osterbuch, das mühsam entstand, war Klaus Burrmann fast auf einen Schlag zu drei Vierteln fertig. Am 6. Juli 1908 schrieb Morgenstern an Bruno Cassirer, er habe ein Kinderbuch für Kinder zwischen dreieinhalb und neun Jahren beinahe abgeschlossen. Es heiße „Der Tierphotograph“ und gehe auf Carl Georg Schillings’ Buch „Mit Blitzlicht und Büchse“ zurück. Zehn Gedichte lagen schon vor, unter teils noch anderen Titeln, etwa Der Uhu, Die Heidschnucke oder Wie die Giraffe sich selbst photographiert. Morgenstern wollte auf etwa zwanzig Gedichte kommen. Zu jedem hatte er eine Bildskizze gezeichnet. Als Illustrator dachte er zuerst an seinen Freund Heinrich Fricke, sonst an Adolf Hengeler oder Adolf Oberländer.

Ein etwas späteres Inhaltsverzeichnis im Tagebuch, vermutlich vom Juli oder August 1908, nennt vier weitere Gedichte: Pscholl, Der Höhlenbär, Trudchen und Mogel. Pscholl ist verloren. Der Höhlenbär und Trudchen nahm Morgenstern nicht in die endgültige Fassung auf. Sie stehen in der Nachlese zu Klaus Burrmann. Im Tagebuch erscheint auch zum ersten Mal der Titel „Tierweltphotograph“. In den frühesten Fassungen hieß der Held noch Schillings und sein Gehilfe Klaus. Erst mit dem Gedicht Der Vogel Strauß erhielten die beiden des Reimes wegen die Namen Klaus Burrmann und Mogel.

An Fritz Beblo als Illustrator dachte Morgenstern zu dieser Zeit noch nicht. Erst als er vom 26. Oktober bis 13. November 1908 bei der Familie seines alten Schulfreundes in Straßburg wohnte, begann die Zusammenarbeit. An Margareta Gosebruch schrieb er am 1. November, er und Beblo machten jetzt zusammen das Tierbuch. Zwei Tage später teilte er Cassirer mit, Beblo habe schon fünf Blätter fertig. Weil Cassirer wenig Lust auf das Buch habe, wolle er es dem Verlag Schafstein anbieten. In Straßburg entstanden vermutlich auch die vier noch fehlenden Gedichte Der kluge Igel, Überfahrt nach Afrika, Der gefährliche Walfisch und Der Marabu, zwei davon am 4. November. Morgenstern plante bereits ein weiteres Kinderbuch mit Tiefseegeschichten unter dem Titel „Der Brillenmolch“.

Einen Verleger fand Klaus Burrmann nicht. Alfred Guttmann setzte sich jahrelang dafür ein, ohne Erfolg. Als Paula Dehmel Morgenstern 1913 um einen Beitrag für ein Kinderbuch bat, erwähnte er das Bilderbuch mit Beblos Illustrationen, das noch in seiner Schublade liege. Es habe bisher allen gefallen, nur den Verlegern nicht. Er bat sie, es sich anzusehen. Gedruckt wurde Klaus Burrmann, der Tierweltphotograph erst 1941, herausgegeben von Margareta Morgenstern.

Nach dem Kommentar von Maurice Cureau in Band III der Stuttgarter Ausgabe.

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