Palmström (Gedichtband)
Palmström erschien 1910 erstmals bei Bruno Cassirer in Berlin, broschiert auf Büttenpapier (54 S., 8°), gedruckt bei Breitkopf & Härtel in Leipzig. Den Umschlag zeichnete Karl Walser. Die SA folgt der Ausgabe letzter Hand (7./8. Auflage).
Morgenstern schätzte Walsers Zeichenkunst, empfand den Umschlag aber als Widerspruch zum Buch. 1911 schrieb er an den Maler und Graphiker Heinrich Wolff, ein Menzel hätte ihm an dieser Stelle mehr Vergnügen bereitet und weniger mit dem Geist eines Buches kontrastiert, dessen Phantasiewelt sich in Formen erhebt, wo jeder Strich zum mindesten "sitzen" — soll (Briefe. Auswahl, 1952, S. 415 f.).
Die 1. und 2. Auflage trugen die Widmung Bruno und Else C......... gewidmet. Auf Wunsch Else Cassirers stand in der 3. und 4. Auflage stattdessen Edmund Mauthner zum Gedächtnis. Spätere Auflagen haben keine Widmung.
Bruno Cassirer (1872–1941), Morgensterns Verleger, gründete 1898 mit seinem Vetter Paul Cassirer einen Berliner Kunstsalon und danach einen eigenen Verlag für Kunst und Literatur. Dort erschienen ab 1902 die Zeitschrift „Kunst und Künstler“ und ab 1905 „Das Theater“, das Morgenstern herausgab. Cassirer förderte den Impressionismus in Deutschland und züchtete auf seinem Gut Traber. Darauf spielt das Epigramm Ein Diomedes scheinst du an. Else Cassirer war seine Frau und die Schwester Paul Cassirers. 1938 emigrierte die Familie nach England, Cassirer starb 1941 in Oxford.
Literatur: Heinz Sarkowski: Bruno Cassirer. Porträt eines bibliophilen Verlegers. In: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel (Frankfurter Ausgabe) 29 (1973), Beilage „Aus dem Antiquariat“, S. A 14 ff.