CMO:Struktur und Erfassungssystematik

Aus CMO

Dies ist die dritte Version eines Online-Projekts, das eine zentrale Anlaufstelle für alles rund um Christian Morgenstern werden soll. CMO umfasst die Darstellung seines Werkes, die Erfassung von Quellen und Rezeptionen sowie die Integration der Exponate des Literaturmuseums und Informationen zur Christian-Morgenstern-Gesellschaft.

Werk

Morgensterns Werk gliedert sich in neun Hauptbereiche, ergänzt um den Briefwechsel, der, obwohl logisch eher als Quelle einzuordnen ist, mit erfasst wird. Für eine konsistente digitale Erfassung ist eine einheitliche Normierung erforderlich.

Werkgruppe Erfasst als
Lyrik Gedicht
Humoristische Lyrik Gedicht
Episches Prosastück
Dramatisches Prosastück
Aphorismen Prosastück
Kritische Schriften Prosastück
Anzeigen Prosastück
Briefwechsel Prosastück
Übersetzungen Übersetzungswerk
Werke der bildenden Kunst Kunstwerk

Gedichte

Die Werkgruppen Lyrik und Humoristische Lyrik werden als Gedichte erfasst. Für jedes Gedicht werden folgende Angaben erhoben:

  • ID
  • Werkgruppe
  • Werkbereich
  • Titel
  • Textanfang
  • Zitiert aus
  • Überlieferung
  • Datierung
  • Erstdruck
  • Gemeinfrei seit
  • Rezeptionen (künstlerisch, wissenschaftlich, Buchausgaben, weiteres)

andere Werkarten

Die Angaben für die anderen Werkarten müssen noch erarbeitet werden.

Datierung und Zeitspannen – Richtlinien

Für spätere statistische Auswertungen – etwa zur zeitlichen Verteilung der Gedichte – müssen Datierungen maschinenlesbar bleiben, ohne die Unsicherheiten der Quellen zu verfälschen.

Dazu dient eine zweigleisige Lösung:

1. Zwei getrennte Felder

Feld Inhalt Beispiel
Datierung Freitext, wie in der Quelle angegeben „August 1894“ oder „Winter 1893/94“
date_start / date_end Technisch verwertbar, ISO-konform 1894-08-01 / 1894-08-31 oder 1893-12-01 / 1894-02-28

So bleibt der Wortlaut der Quelle erhalten, während gleichzeitig eine rechnerisch auswertbare Zeitspanne bereitsteht. Diese Schreibweise ist standardkonform, maschinenlesbar und erlaubt einfache Filterungen oder Zeitreihenanalysen.

2. Unsicherheit und Vermutungen

Ausdrücke wie „vermutlich“, „ca.“ oder „wahrscheinlich“ können in der Normalisierung entfallen. Zur Dokumentation wird ein zusätzliches Feld empfohlen:

Feld Typ Beispiel
Unsicher Boolesch (true/false) true, wenn Formulierungen wie „vermutlich“ in der Quelle stehen

siehe auch: Vorlage:Gedichtinformation

Exponate des Museums

Materialtyp

Materialtyp Erklärung
Bibliothekarisches Material
BU Buch
BR Broschüre / Heft / Zeitschrift
NO Notenmaterial
Schriftgut / Dokumente
MA Manuskript / Typoskript
KO Korrespondenz / Brief
PD Papierdokument
MP Mappe / Sammelmappe
GR Grafikblatt / Druckgrafik
Bild- und Druckwerke
PL Plakat
GE Gemälde / Malerei
FO Fotografie / Dia / Negativ
Audiovisuelles Material
CD Tonträger (CD, LP, Kassette)
VI Video / Film
DA Digitale Audio-/Video-Datei
Digitale Objekte
DT Digitale Textdatei
DB Digitale Bilddatei
DM Digitale Mischform (Website, Export etc.)
Dreidimensionale Objekte
KU Kunstobjekt / Plastik / Skulptur
OB Objekt (nicht-künstlerisch)
TA Ausstellungstafel / Display

Inhaltsklassifikation im Museumskontext

Die fünf verwendeten Inhaltstypen – NUR, TEIL, ÜBER, BILD und OHNE – entsprechen einem professionell anschlussfähigen System, wie es auch in musealen und bibliothekarischen Institutionen verwendet wird.

Grundstruktur

Code Bedeutung Entspricht in der Fachpraxis
NUR Primärwerke, Texte ausschließlich von Christian Morgenstern Primärliteratur / Werke des Autors
TEIL Sammelwerke oder Anthologien mit Texten u. a. von Morgenstern Mischwerke / Sammlungen / Anthologien
ÜBER Literatur, Forschung oder Dokumente über Morgenstern Sekundärliteratur / Forschung / Rezeption
BILD Bildliche Darstellungen zu Morgenstern (Fotos, Porträts, Illustrationen) Bilddokumente / visuelle Quellen
OHNE Objekte oder Dokumente ohne direkten Bezug, aber im Sammlungskontext relevant Kontextmaterial / Begleitobjekte

Vergleichbare Strukturen in Institutionen

  • Deutsches Literaturarchiv Marbach (DLA):
 * Primärwerke – Sekundärliteratur – Bilddokumente – Objekte – Sonstiges
  • Kalliope-Verbundkatalog (Autographen, Nachlässe):
 * Werke – Dokumente – Korrespondenz – Sekundärliteratur – Sammlungen
  • RDA (Resource Description and Access):
 * Hierarchische Unterscheidung von Work, Expression und Manifestation mit Beziehungskennzeichen (work by, work about)
  • Spectrum-Standard (Museumsverband UK):
 * Primärobjekte – Kontextmaterial – Reproduktionsmaterial – Dokumentationsmaterial

Bewertung

Das System ist klar, erweiterbar und mit bestehenden Metadatenstandards kompatibel. Es bildet den international üblichen Minimalstandard einer Sammlungslogik ab:

  • NUR → Primärwerke
  • TEIL → Mischformen
  • ÜBER → Sekundärquellen
  • BILD → Bildmaterial
  • OHNE → Kontext- oder Restmaterial

Damit eignet sich die Klassifikation für professionelle Bestandsdatenbanken und museale Erschließungssysteme.