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	<title>Vorrede zur dritten beziehungsweise ersten Auflage - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-10-01T18:17:31Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in CMO</subtitle>
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		<id>https://christian-morgenstern-online.de/cmo/index.php?title=Vorrede_zur_dritten_beziehungsweise_ersten_Auflage&amp;diff=19968&amp;oldid=prev</id>
		<title>UweS: Die Seite wurde neu angelegt: „&lt;poem&gt; Aufgefordert vom Verfasser, eine neue Einleitung zu schreiben oder die alte - meines seligen Jeremias - zu belassen, verbind&#039; ich beides, insofern als ich zum ersten festgestellt zu haben wissen möchte, daß dieses Buch nunmehr nicht nur zum dritten Male in {{Zeile|5}}einem ersten Teile seines Inhalts, sondern zugleich zum andern mit einem zweiten Teile seines Inhalts zum ersten Male, also einerseits zum dritten, andrerseits zum ersten Male, seine…“</title>
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		<updated>2026-09-30T15:54:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Die Seite wurde neu angelegt: „&amp;lt;poem&amp;gt; Aufgefordert vom Verfasser, eine neue Einleitung zu schreiben oder die alte - meines seligen Jeremias - zu belassen, verbind&amp;#039; ich beides, insofern als ich zum ersten festgestellt zu haben wissen möchte, daß dieses Buch nunmehr nicht nur zum dritten Male in {{Zeile|5}}einem ersten Teile seines Inhalts, sondern zugleich zum andern mit einem zweiten Teile seines Inhalts zum ersten Male, also einerseits zum dritten, andrerseits zum ersten Male, seine…“&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aufgefordert vom Verfasser, eine neue Einleitung zu schreiben&lt;br /&gt;
oder die alte - meines seligen Jeremias - zu belassen, verbind&amp;#039; ich&lt;br /&gt;
beides, insofern als ich zum ersten festgestellt zu haben wissen&lt;br /&gt;
möchte, daß dieses Buch nunmehr nicht nur zum dritten Male in&lt;br /&gt;
{{Zeile|5}}einem ersten Teile seines Inhalts, sondern zugleich zum andern&lt;br /&gt;
mit einem zweiten Teile seines Inhalts zum ersten Male, also einerseits&lt;br /&gt;
zum dritten, andrerseits zum ersten Male, seine Reise in&lt;br /&gt;
die Umwelt antritt, zum zweiten aber, daß auch im gedachten&lt;br /&gt;
ersten Teile nicht alles wie beim ersten und beim zweiten Male,&lt;br /&gt;
{{Zeile|10}}sondern teils in Kleinigkeiten überfeilt, teils überlegter angeordnet,&lt;br /&gt;
teils auch um ein Dutzend minder reifer Beeren ausgezwickt,&lt;br /&gt;
gedruckt, worüber nicht zu larmoyieren, sondern sich zu freuen&lt;br /&gt;
jedem Weisen leicht wird, worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Verfertigung der ersten Gesänge an zweiter Stelle; jetzt&lt;br /&gt;
{{Zeile|15}}vorerst an erster von den zweiten - als einer Art Ausbau der ursprünglichen&lt;br /&gt;
Leyer, schon im ersten Teile seinerzeit durch Etliches&lt;br /&gt;
unleugbar annunziert. Es haben diese zweiten Lieder mit&lt;br /&gt;
dem Galgen wohl so wenig mehr gemein, als wie der Galgenhügel&lt;br /&gt;
dieser Zeit mit dem von einstmals. Der Galgen ist hinweg, der&lt;br /&gt;
{{Zeile|20}}Hügel ist geblieben. So auch hier. Zuerst war am Galgenhügel&lt;br /&gt;
der Galgen das Wesenzielle, jetzt ist es der Hügel. Und auf dem&lt;br /&gt;
Hügel steht kein Holz mehr heut, es sei ein Baumstrunk denn, auf&lt;br /&gt;
dem der Gingganz sinnend spinnend Bein mit Beine kreuzt...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um ihn, vor ihm bewegt sich (nach wie vor und wie auch sonst)&lt;br /&gt;
{{Zeile|25}}die Zeit, reiht Tag an Tag sich, reiht Symptom sich an Symptom,&lt;br /&gt;
gleich neuem Leben sprossend aus Ruinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und solch ein Symptom - und damit spring&amp;#039; ich betreffs des ersten&lt;br /&gt;
Teils in den der ersten und zweiten Auflage betreffs des letzteren&lt;br /&gt;
bereits vorgedruckt gewesenen &amp;quot;Versuch einer Einleitung&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{Zeile|30}}meines unvergeßlichen Mitarbeiters am Reiche deutscher Wissenschaft&lt;br /&gt;
und Kunst &amp;amp; ihrer Deutung, des Lic. Dr. Jer. Mueller,&lt;br /&gt;
meines Manns, zurück - zeitströmiger Entwicklung war&amp;#039;s denn&lt;br /&gt;
auch, daß eines Tags des hinvergangnen finis secli sich &amp;quot;acht&lt;br /&gt;
junge Männer, festentschlossen, dem feindlichen Moment, wo&lt;br /&gt;
{{Zeile|35}}immer, im Sinne der Zeit, und auch wieder nicht im Sinne der&lt;br /&gt;
Zeit, diese Zeit, wie jede, als eine Zeit nicht bloß der Bewegung&lt;br /&gt;
schlechthin, sondern einer sowohl ab- wie aufsteigenden Bewegung,&lt;br /&gt;
mit zeitweilig dem Ideale unentwegten Fortschritts nur&lt;br /&gt;
allzu abgekehrter Vorwiegung des ersteren Moments in ihr be-&lt;br /&gt;
{{Zeile|40}}trachtet, munteren Sinnes sich entgegenzustellen, die Hand&lt;br /&gt;
reichten&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ein sonderbarer Kult&amp;quot; fährt Jeremias fort, &amp;quot;vereinte sie. Zuvörderst&lt;br /&gt;
ward das Licht verdreht, ein schwarzes Tuch dann aus dem&lt;br /&gt;
Korb und übern Tisch gezogen, mit Schauderzeichen reich phos-&lt;br /&gt;
{{Zeile|45}}phoresziert, und bleich ein einzig Wachs inmitten der Idee des&lt;br /&gt;
Galgenbergs entnommner freudig-schrecklicher Symbole. Dazu&lt;br /&gt;
hieß der erste Schuhu: der hing zuhöchst und gab den Klang zum&lt;br /&gt;
Hauch des Rabenaas, der das Mysterium verweste; der dritte hieß&lt;br /&gt;
Verreckerle: der bot das Henkersmahl; der vierte Veitstanz, zubenannt&lt;br /&gt;
{{Zeile|50}}der Glöckner: der zog den Armesünderstrang; der fünfte&lt;br /&gt;
Gurgeljochem: der schor den Lebensfaden durch; der sechste&lt;br /&gt;
Spinna, das Gespenst: der schlug zwölf; der siebente Stummer&lt;br /&gt;
Hannes, der Büchner zubenannt: der sang Fisches Nachtgesang,&lt;br /&gt;
und der achte Faherügghh, mit dem Beinamen der &amp;#039;Unselm&amp;#039;: der&lt;br /&gt;
{{Zeile|55}}konnte das Simmaleins und sprach das große Lalulā. Und es&lt;br /&gt;
wurde das Knochenklavier geschaffen und der Gelächtertrab und&lt;br /&gt;
die Elementarsymphonie und der Huckepackd&amp;#039;Albert und der&lt;br /&gt;
Eulenviertanz und der Galgenschlenkerer und Sophie, die Henkersmaid,&lt;br /&gt;
als Symbild von der Weisheit unverweslichem&lt;br /&gt;
{{Zeile|60}}Begriff&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nun endet Jeremias - ende denn auch ich hier dies mein Ad-&lt;br /&gt;
und Konscribonium - mit der kataraktnen Coda folgender Betrachtung&lt;br /&gt;
und Erachtung:&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ein modulationsfähiger Keim.&lt;br /&gt;
{{Zeile|65}}&amp;quot;Und in der Tat, wenn irgendwo, wenn irgendwann, mußte gerade&lt;br /&gt;
damals und gerade bei denjenigen Kräften der Volksseele, in&lt;br /&gt;
denen das Herz der vom Geist der neuen Zeit am wunderlichsten&lt;br /&gt;
beeindruckten Unvoreingenommenheit des Natürlichen am zukunftswetterschwangervollsten&lt;br /&gt;
pochte, ein besonders abwelthafter&lt;br /&gt;
{{Zeile|70}}Rückschlag wider das Gesetz in der Vernunft von Seiten mehr&lt;br /&gt;
excös gerichteter Seelen erfolgen und damit ein Beweisschatten&lt;br /&gt;
mehr geworfen werden, daß keine Zeit, so dunkel sie auch sich&lt;br /&gt;
und in sich selber sei, indem sie &amp;#039;ihr Herze offenbart&amp;#039; mit all den&lt;br /&gt;
Widersprüchen, Knäulen, Gräulen, Grund- und Kraftsuppen ihres&lt;br /&gt;
{{Zeile|75}}Wesens, als Schwan zuletzt mit Rosenfingern über den Horizont&lt;br /&gt;
ihres eigenen Chaos, und sei es auch nur als ein Wesenstel&lt;br /&gt;
ihrer selbst und sei es auch nur mit der lächelndsten Träne im&lt;br /&gt;
Wappen, emporzusteigen sich zu entbrechen den Mut, was sage&lt;br /&gt;
ich, die Verruchtheit hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zeile|80}}&amp;quot;Es darf daher getrost, was auch von allen, deren Sinne, weil sie&lt;br /&gt;
unter Sternen, die, wie der Dichter sagt, zu dörren, statt zu leuchten,&lt;br /&gt;
geschaffen sind, geboren sind, vertrocknet sind, behauptet&lt;br /&gt;
wird, enthauptet werden, daß hier einem sozumaßen und im&lt;br /&gt;
Sinne der Zeit, dieselbe im Negativen als Hydra betrachtet, hydratherapeutischen&lt;br /&gt;
{{Zeile|85}}Moment ersten Ranges, immer angesichts&lt;br /&gt;
dessen, daß, wie oben, keine mit Rosenfingern den springenden&lt;br /&gt;
Punkt ihrer schlechthin unvoreingenommenen Hoffnung auf&lt;br /&gt;
eine, sagen wir, schwansinnige oder wesenzielle Erweiterung des&lt;br /&gt;
natürlichen Stoffgebietes zusamt mit der Freiheit des Individuums&lt;br /&gt;
{{Zeile|90}}vor dem Gesetz ihrer Volksseele zu verraten den Mut, was&lt;br /&gt;
sage ich, die Verruchtheit haben wird, einem Moment, wie ihm in&lt;br /&gt;
Handel, Wandel, Kunst und Wissenschaft allüberall dieselbe Erscheinung,&lt;br /&gt;
dieselbe Tendenz den Arm bietet, und welches bei allem,&lt;br /&gt;
ja vielleicht eben trotz allem, als ein mehr oder minder modulationsfähiger&lt;br /&gt;
{{Zeile|95}}Ausdruck einer ganz bestimmten und im weitesten&lt;br /&gt;
Verfolge excösen Weltauffasseraumwortkindundkunstanschauung&lt;br /&gt;
kaum mehr zu unterschlagen versucht werden zu wollen&lt;br /&gt;
vermag - gegenübergestanden und beigewohnt werden zu&lt;br /&gt;
dürfen gelten lassen zu müssen sein möchte.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Köpenick / Athen.&amp;amp;#160;&amp;amp;#160;&amp;amp;#160;&amp;amp;#160;&amp;amp;#160;&amp;amp;#160;&amp;amp;#160;&amp;amp;#160;&amp;amp;#160;&amp;amp;#160;&amp;amp;#160;&amp;amp;#160;&amp;amp;#160;&amp;amp;#160;&amp;amp;#160;&amp;amp;#160;&amp;amp;#160;&amp;amp;#160;&amp;amp;#160;&amp;amp;#160;&amp;amp;#160;Dr. Gundula Mueller&lt;br /&gt;
Im Schaltmonat a. D. MDCCCCVIII.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Werkübersicht|Humoristische Lyrik|Galgenlieder - aus vorherigen Ausgaben ausgeschiedene Gedichte und Vorreden}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{InformationHUM&lt;br /&gt;
| Werkgruppe = Humoristische Lyrik&lt;br /&gt;
| Werkbereich = Galgenlieder - aus vorherigen Ausgaben ausgeschiedene Gedichte und Vorreden&lt;br /&gt;
| Zyklus = &lt;br /&gt;
| Zyklusnummer = &lt;br /&gt;
| Titel = Zur dritten beziehungsweise ersten Auflage&lt;br /&gt;
| Textanfang = Aufgefordert vom Verfasser&lt;br /&gt;
| Zitiert_aus = [[SA Band III Humoristische Lyrik]], S. 99-101&lt;br /&gt;
| Zitiert_aus_raw = SA-03, 99-101&lt;br /&gt;
| Kommentar = [[SA Band III Humoristische Lyrik]], S. 665-667&lt;br /&gt;
| Kommentar_raw = SA-03, 665-667&lt;br /&gt;
| Überlieferung = &lt;br /&gt;
| Datierung = Der SA-Kommentar schließt aus verschiedenen Faktoren: zwischen Ende 1907 und Mitte Februar 1908 entstanden&lt;br /&gt;
| date_start = 1907-12-01&lt;br /&gt;
| date_end = 1908-02-14&lt;br /&gt;
| Datierung_Methode = konjektur &amp;lt;!-- intern, extern, konjektur --&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Datierung_Sicherheit = erschlossen &amp;lt;!-- sicher, wahrscheinlich, erschlossen, nicht bestimmbar --&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Datierung_Herkunft = SA-Kommentar &amp;lt;!-- SA-Kopf, SA-Kommentar, CMO-Erschließung --&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Datierung_Grundlage = &amp;lt;!-- Handschrift, Tagebuch, Notizbuch, Brief, Erwähnung durch Dritte, Druck --&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Druck = [[Galgenlieder (1908)]]&lt;br /&gt;
| Gemeinfrei_seit = ja &amp;lt;!-- ja, nein, Jahreszahl --&amp;gt;&lt;br /&gt;
| ID = HUM-SA-03-04-0016&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Humoristische Lyrik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>UweS</name></author>
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